Anlässe · Die große Frage

Patenonkel fragen: 16 Ideen und 20 Texte für Taufpate, Göd und Götti

Wer den Patenonkel fragen will, steht manchmal vor einem Mann, der Kitsch nicht mag und bei Rührung lieber schnell das Thema wechselt. Darum sind die Ideen hier nach Typ sortiert: für den Bastler, den Läufer, den Koch oder den Kartenspieler. Dazu kommen 20 Texte für Taufpate, Göd und Götti, die Regeln von katholischer und evangelischer Kirche in Deutschland, Österreich und der Schweiz und was gilt, wenn ein Jugendlicher seinen Firmpaten selbst fragt.

Kurz gesagt

  1. Persönlich fragen: Die Frage wirkt am stärksten, wenn sie an etwas hängt, das er liebt. Ideen dafür stehen unter Ideen nach Typ.
  2. Mit Vorlauf: Fragt einige Wochen vor der Taufe, damit er Zeit für Unterlagen wie Patenschein oder Taufschein hat.
  3. Kirche: Für ein katholisches Patenamt muss er in der Regel mindestens 16, getauft, gefirmt und Kirchenmitglied sein. Evangelische Gemeinden verlangen meist eine Konfirmation. Details stehen bei Voraussetzungen.
  4. Texte: 20 Vorlagen zum Kopieren, vom Babybody bis zur WhatsApp, findest du unter Willst du mein Patenonkel sein?

Wen fragt man als Patenonkel?

In vielen Familien ist die Antwort schnell gefunden: der Bruder, der beste Freund, der Cousin, mit dem man jeden Sommer am See war. Spannend wird es, wenn zwei Männer in Frage kommen oder der Wunschkandidat nicht in die Kirche passt. Die Tabelle hilft beim Sortieren. Sie ersetzt kein Bauchgefühl, macht aber sichtbar, worüber ihr vorher reden solltet.

WerWas dafür sprichtWas ihr vorher klären solltet
Bruder oder Schwagergehört ohnehin zur Familie, ist bei Festen dabeiFühlt sich die andere Seite der Familie übergangen?
Bester Freundkennt euch seit Jahren, bringt Leben von außen mitWie sicher ist die Freundschaft in zehn Jahren, wenn einer wegzieht?
Cousin oder Onkelverbindet Generationen, oft sehr verlässlichIst der Altersunterschied zum Kind sehr groß?
Partner der Patentanteein Paar als Patenteam, gemeinsame AusflügeWas passiert mit der Patenschaft, wenn sich das Paar trennt?
Freund ohne Kirchepasst menschlich am bestenBraucht es für die Taufe eine zweite Person, die das Amt formal übernimmt?

Eine Frage, die Eltern oft zu spät stellen: Will er das überhaupt? Mancher Mann freut sich riesig und sagt es nur nicht laut. Ein anderer hat selbst gerade wenig Kraft und würde lieber ehrlich absagen. Deshalb tut ihr ihm einen Gefallen, wenn die Frage einen Ausweg lässt (Texte dafür stehen weiter unten). Wer eher Ideen für eine Patin sucht, findet sie bei „Willst du meine Patentante sein?“.

Patenonkel fragen: Ideen nach Typ

Nimm die Idee, die zu seinem Hobby passt. Herzchen und Glitzer braucht es dafür keine. Am Ende hat er etwas in der Hand, das er sich gern ins Regal stellt.

1. Startnummer für den Läufer

  • Budgetgratis
  • Passt fürLäufer und Radfahrer

Druck eine Startnummer im Format eines Stadtlaufs: oben ein erfundener Lauf („Patenkind-Marathon, Start: [Tauftermin]“), in der Mitte groß die Nummer 1, unten klein „Willst du mein Patenonkel werden?“. Vier Sicherheitsnadeln dazu und alles in ein Kuvert. Wer will, legt dem Baby eine Mini-Nummer auf den Bauch und schickt das Foto mit.

2. Werkzeugkiste mit Lehrling

  • Budgetgünstig
  • Passt fürBastler und Handwerker

Eine kleine Holzkiste mit Kinderwerkzeug aus Holz: Hammer, Schraubenzieher, Zollstab. Auf dem Deckel steht „Lehrling sucht Meister“. Innen liegt ein Zettel mit dem Satz: „Ich kann noch nicht mal sitzen. Aber in ein paar Jahren bauen wir zusammen ein Vogelhaus. Wirst du mein Patenonkel?“ Das Werkzeug bleibt beim Paten, bis das Kind es brauchen kann.

3. Große Schürze, kleine Schürze

  • Budgetgünstig
  • Passt fürHobbyköche und Griller

Zwei Schürzen, eine in seiner Größe, eine winzige fürs Baby. Auf der kleinen steht „Küchenhilfe ab [Jahr]“, in der Tasche der großen steckt die Frage. Bei einem Griller funktioniert dasselbe mit einer Grillzange, an der ein Anhänger baumelt.

Tipp: Lass ihn die Schürze gleich beim nächsten Familienessen tragen. So erfahren es alle anderen, ohne dass ihr eine Rede halten müsst.

4. Wanderkarte mit eingezeichneter Tour

  • Budgetgünstig
  • Passt fürBergfexe

Eine echte Wanderkarte seiner Lieblingsgegend. Mit Textmarker ist eine leichte Tour eingezeichnet, am Ziel ein Pin mit Fähnchen: „Erste gemeinsame Gipfeljause, ca. [Jahr]. Kommst du mit, als mein Patenonkel?“ Am schönsten mit einer Hütte, auf die man ein Kind später wirklich tragen kann.

5. Kartenspiel mit Trumpf

  • Budgetgünstig
  • Passt fürKartenspieler

In Österreich ein Päckchen Schnapskarten, in der Schweiz Jasskarten, in Deutschland Skat oder Doppelkopf. Eine Karte im Stapel ist ausgetauscht: das Babyfoto mit dem Satz „Wer bringt mir das Spielen bei?“. Ihr spielt eine Runde, irgendwann zieht er die Karte. Bis dahin bitte nicht verraten, auch wenn er verliert.

6. Neuer Spielstand für den Gamer

  • Budgetgratis
  • Passt fürGamer

Gestalte einen Bildschirm im Stil eines alten Videospiels: „Neuer Mitspieler beigetreten. Rolle verfügbar: Patenonkel. Annehmen? [Ja] [Ja]“. Als Ausdruck auf seinem Controller oder als Bild, das ihr ihm mitten in einer Online-Runde schickt.

7. Platte oder Playlist mit Botschaft

  • Budgetgünstig
  • Passt fürMusikfans

Eine Schallplatte aus dem Flohmarkt mit selbst gestaltetem Etikett, darauf „Willst du mein Patenonkel sein? (Single, Erstauflage)“. Wer keinen Plattenspieler hat, baut eine Playlist, bei der die Anfangsbuchstaben der Songtitel die Frage ergeben. Das Zusammenstellen kostet einen ganzen Abend. Er wird merken, wie viel Mühe darin steckt.

8. Spielzeugauto mit eigenem Kennzeichen

  • Budgetgünstig
  • Passt fürAutoliebhaber

Ein Modellauto seiner Lieblingsmarke oder sein eigenes Auto in klein. Auf dem winzigen Nummernschild steht „PATE 1“, im Kofferraum oder unterm Auto klebt die Frage. Bei Oldtimer-Fans darf es ein Modell aus seinem Geburtsjahr sein.

9. Mini-Lederhose oder Dirndl-Body

  • Budgetgünstig bis mittel
  • Passt fürGöd in Österreich und Bayern

Das Baby kommt in Tracht zum Besuch, an der Hosentasche hängt ein Zettel: „Servus Göd! Fast. Sagst du Ja?“ Damit ist die Frage gestellt, bevor jemand Kaffee eingeschenkt hat. In der Schweiz klappt dasselbe mit einem Edelweiss-Hemd und „Grüezi Götti?“.

10. Patenvertrag mit Kleingedrucktem

  • Budgetgratis
  • Passt fürHumorvolle

Ein Blatt im Stil eines echten Vertrags, mit Paragrafen, Unterschriftenzeile und Fingerabdruck des Babys. Die Klauseln sind Unsinn mit wahrem Kern (Formulierung zum Kopieren steht bei den lustigen Texten). Lass zwei Ausfertigungen drucken: eine für ihn, eine für das Babyalbum.

11. Einstellungstest mit drei Fragen

  • Budgetgratis
  • Passt fürQuizfreunde

Drei Testfragen auf einer Karte: „Kannst du Windeln wechseln? Kannst du Pommes teilen? Bist du bereit, die Geschichte mit dem Zelt zum hundertsten Mal zu erzählen?“ Darunter: „Test bestanden. Du bist mein Patenonkel, wenn du willst.“ Funktioniert auch als kleines Quiz am Handy.

12. Schachfigur in der Schachtel

  • Budgetgünstig
  • Passt fürDenker

In einer kleinen Schachtel liegen ein König und ein Bauer. Dazu der Zettel: „Ich bin noch ein Bauer. Bringst du mir bei, wie man zieht? Willst du mein Patenonkel werden?“ Passt zu jemandem, der große Gefühle lieber zwischen den Zeilen mag.

13. Angelköder mit Anhänger

  • Budgetgünstig
  • Passt fürFischer und Naturmenschen

Ein bunter Köder ohne Haken in einer Box, daran ein Anhänger: „Hast angebissen? Dann bist du mein Patenonkel.“ Mit Augenzwinkern, aber trotzdem mit einer klaren Frage. Wer am See wohnt, übergibt das Ganze natürlich am Steg.

14. Paket für den Onkel in der Ferne

  • Budgetgünstig
  • Passt fürgroße Entfernung

Wohnt er in einer anderen Stadt oder im Ausland, packt ein Paket mit drei Dingen: ein Foto vom Baby, etwas Typisches aus eurer Gegend (Kürbiskernöl, Lebkuchen, Bergkäse) und die Frage auf einer Karte. Ruft ihn an, wenn er das Paket öffnet. So hört ihr seine Reaktion live.

15. Ansage in der Runde

  • Budgetgratis
  • Passt fürFreundeskreise

Für den Mann, der Aufmerksamkeit gut aushält: Beim nächsten Treffen mit Freunden steht das Kind (oder der Kinderwagen) neben dir, du klopfst ans Glas und fragst vor allen. Nur machen, wenn ihr sicher seid, dass er sich freut. Bei unsicheren Kandidaten lieber unter vier Augen.

psst … so geht's leichter

Stell deine Frage als kleine Geschichte

  • Eine kleine Geschichte am Handy, mit Brief von dir
  • Die Antwort kommt mit einem Tipp, Nein darf auch flüchten
  • Gratis, ohne Konto, als Link verschickt

Willst du mein Patenonkel sein? 20 Texte zum Kopieren

Für Karte, Body, Etikett, Bierdeckel oder Nachricht. Ersetze die eckigen Klammern durch eure Namen.

Aus Sicht des Babys

Kurz für den Body

Ich such noch einen Onkel fürs Leben. Willst du mein Patenonkel sein?

Mit Augenzwinkern

Ich bin klein, laut und schlafe selten durch. Mama und Papa meinen trotzdem, du hältst das aus. Willst du mein Taufpate werden?

Für die Karte

Hallo [Name], ich bin [Baby]. Ich hab gehört, du kannst Fahrräder reparieren, Witze erzählen und Geheimnisse für dich behalten. Genau so jemanden brauch ich. Willst du mein Patenonkel werden?

In der Schwangerschaft

Noch wohne ich im Bauch, aber meine erste Frage hab ich schon: Wirst du mein Patenonkel, wenn ich da bin?

Von den Eltern

Ruhig und ehrlich

Wir haben lange überlegt, wer [Baby] durchs Leben begleiten soll, wenn wir mal nicht weiterwissen. Wir sind jedes Mal bei dir gelandet. Möchtest du Taufpate werden?

Für den Bruder

Du warst mein erster Verbündeter gegen den Rest der Welt. Jetzt hätte [Baby] dich gern auf seiner Seite. Willst du sein Patenonkel werden?

Für den besten Freund

Du hast mich durch Prüfungen, Umzüge und die eine Nacht in [Ort] gebracht. Ich kenne keinen, dem ich mehr vertraue. Willst du der Patenonkel von [Baby] sein?

Mit Bedenkzeit

Wir würden uns sehr freuen, wenn du Pate von [Baby] wirst. Lass dir ruhig Zeit mit der Antwort. Wenn es gerade nicht passt, ist das völlig in Ordnung und ändert nichts zwischen uns.

Lustige Texte

Patenvertrag

§ 1 Der Patenonkel verpflichtet sich zu mindestens einem Eis pro Sommer. § 2 Er erklärt Dinge, die Eltern peinlich sind. § 3 Er verrät nichts, was im Zelt passiert. § 4 Kündigung ausgeschlossen. Unterschrift: [Name], Patenonkel. Fingerabdruck: [Baby]

Stellenausschreibung kurz

Gesucht: Patenonkel in Vollzeit, unbefristet. Erfahrung mit Babys nicht nötig, Humor schon. Bewerbung per Ja an Mama und Papa.

Für den Griller

Ich kann noch keine Würstel essen. Aber irgendwann zeigst du mir, wie man sie nicht anbrennen lässt. Patenonkel?

Für den Skifahrer

Irgendwann steh ich zum ersten Mal auf Skiern. Dann brauch ich wen, der hinter mir herfährt und nicht lacht. Wirst du mein Patenonkel?

Für Göd und Götti

Österreichisch

Servas [Name]! I kann no ned redn, drum frogt da Papa für mi: Wüst mei Göd werdn?

Bairisch

Griaß di, i bin da [Baby]. Mogst mei Taufpate werdn?

Schweizerdeutsch

Hoi [Name], ich bi de [Baby]. Wotsch min Götti sii?

Kurz für WhatsApp

Mit Foto

[Babyfoto] Das ist [Baby]. Er hat dir eine Frage gestellt, aber leider kann er noch nicht schreiben: Willst du sein Patenonkel werden? 🧸

Vorankündigung

Hast du am Wochenende kurz Zeit? Wir müssen dich was fragen. Nichts Schlimmes, versprochen.

Für besondere Fälle

Patenteam als Paar

Ihr zwei seid für uns Familie, ganz ohne Stammbaum. Wollt ihr gemeinsam die Paten von [Baby] werden?

Ohne Taufe

[Baby] wird nicht getauft, aber einen Paten soll er trotzdem haben. Jemanden, der da ist, Fragen beantwortet und ab und zu den Eltern widerspricht. Wirst du sein Lebenspate?

Als Taufzeuge

Formal übernimmt [Name der Patin] das Patenamt in der Kirche. Für uns und für [Baby] bist du aber genauso Pate. Stehst du bei der Taufe als Taufzeuge neben uns?

Wer darf Taufpate werden? Katholisch und evangelisch

Ohne Kirche entscheidet ihr allein. Bei einer kirchlichen Taufe legt die Kirche fest, wer das Patenamt übernehmen kann. In der katholischen Kirche gelten weltweit dieselben Grundregeln aus dem Kirchenrecht, Diözesen und Pfarrer dürfen im Einzelfall Ausnahmen machen. In der evangelischen Kirche regelt das jede Landeskirche selbst, in der Schweiz oft jede Kirchgemeinde.

FrageKatholisch (DE, AT, CH)Evangelisch und reformiert
Mindestalterin der Regel 16 Jahremeist konfirmiert, also meist ab etwa 14
Sakramentegetauft, gefirmt, Erstkommuniongetauft, in vielen Landeskirchen konfirmiert
Mitgliedschaftkatholisch, nicht ausgetretenmindestens ein Pate evangelisch bzw. reformiert, weitere oft auch aus anderen christlichen Kirchen
Anzahlein Pate, eine Patin oder beidemindestens einer, mehrere möglich
Andere Konfessionevangelische Christen als Taufzeugen neben einem katholischen Paten, orthodoxe gemeinsam mit einem katholischen Patenje nach Gemeinde als weiterer Pate oder Taufzeuge
Elternkönnen nicht Paten des eigenen Kindes sein

Patenschein und Taufschein

Gehört der Pate nicht zur Gemeinde, in der getauft wird, braucht er meist eine Bestätigung aus seiner Wohnsitzpfarre. In Deutschland heißt sie Patenschein oder Patenbescheinigung. In Österreich verlangen viele Pfarren einen aktuellen Taufschein mit Firmungsvermerk oder eine Patenbestätigung. Ist der Pate verheiratet, fragen manche Pfarren zusätzlich nach dem kirchlichen Trauschein. Das sind Details, über die niemand gern am Abend vor der Taufe stolpert.

Ausgetreten oder andere Konfession: der Taufzeuge

Der Wunschpate ist aus der Kirche ausgetreten oder evangelisch? Dann kann er das katholische Patenamt nicht übernehmen. Viele Familien lösen das mit einer zweiten Person, die die Voraussetzungen erfüllt und formal Patin oder Pate ist. Ein evangelischer Christ kann daneben offiziell Taufzeuge sein. Bei Ausgetretenen und Menschen ohne christliche Taufe entscheidet die Pfarre, ob sie als Zeugen eingetragen werden. Im Alltag ist er dann einfach der Patenonkel, das schreibt euch keine Kirche vor.

Firmpate fragen: wenn das Patenkind selbst fragt

Bei der Firmung dreht sich die Sache um. Hier fragen nicht die Eltern, sondern meist der Firmling selbst. Das Firmalter ist nicht überall gleich. In Österreich wurde früher oft schon mit 12 gefirmt, heute geht die Tendenz zu einem späteren Alter, die Erzdiözese Wien nennt etwa 16. In Deutschland und der Schweiz legt das jedes Bistum und oft jede Pfarrei selbst fest. Gefirmt wird meist im Frühling, in vielen Pfarren rund um Pfingsten.

Für den Firmpaten gelten dieselben Bedingungen wie für den Taufpaten: in der Regel mindestens 16, getauft, gefirmt, katholisch und nicht Vater oder Mutter des Firmlings. Die Kirche empfiehlt den Taufpaten, weil er das Kind schon begleitet. Viele Jugendliche wählen aber bewusst jemand anderen, zum Beispiel den älteren Cousin oder einen Onkel, mit dem sie gut reden können.

Bei der Feier steht der Firmpate hinter dem Firmling und legt ihm die Hand auf die Schulter, während der Bischof oder sein Vertreter firmt. Danach kommt der Teil, an den sich die meisten erinnern: Der alte österreichische Brauch ist die Firmungsuhr und ein gemeinsamer Ausflug, in Wien lange mit Fiakerfahrt und Prater. Heute darf es auch ein Konzert, ein Klettertag oder ein Wochenende in einer anderen Stadt sein.

Firmling an den Onkel

Im Frühling ist meine Firmung und ich brauch wen, der hinter mir steht. Ganz wörtlich, mit der Hand auf meiner Schulter. Machst du das?

Firmling, etwas lockerer

Du bist der Einzige, mit dem ich über alles reden kann, ohne dass es gleich bei Mama landet. Magst du mein Firmpate sein?

Tipp: Wer sich als Jugendlicher mit der Frage schwertut, schreibt sie auf und gibt sie beim nächsten Treffen einfach in die Hand. Niemand erwartet bei der Firmpatenfrage eine Rede.

Patenonkel ohne Kirche

Immer mehr Kinder werden nicht getauft und bekommen trotzdem Paten. Manche sagen Lebenspate oder Wunschpate, die meisten einfach Patenonkel. Was fehlt, ist der feste Moment in der Kirche. Den könnt ihr selbst schaffen:

  • Namensfeier im Garten: Der Pate liest einen kurzen Brief an das Kind vor, ihr hebt ihn für später auf.
  • Ein Baum: Pate und Eltern pflanzen gemeinsam einen Obstbaum. Jedes Jahr ein Foto vom Kind neben dem Baum.
  • Patenurkunde: Ein schön gedrucktes Blatt mit beiden Namen, dem Datum und ein paar Sätzen, was ihr euch voneinander wünscht.
  • Fester Patentag: ein Tag im Jahr, der nur den beiden gehört, etwa der Geburtstag des Paten oder das Datum der Feier.
Text für die Patenurkunde

Heute, am [Datum], wird [Name] Pate von [Baby]. Er verspricht kein perfektes Vorbild zu sein, wohl aber ein verlässliches: einer, der zuhört, mitlacht und da ist, wenn es zählt.

Ob mit oder ohne Kirche: Rechtlich ist eine Patenschaft keine Vormundschaft. Wer möchte, dass der Patenonkel im Ernstfall für das Kind sorgt, muss das eigens festhalten. In Deutschland benennt ihr ihn dafür in einer Sorgerechtsverfügung, die wie ein Testament von Hand geschrieben oder beim Notar errichtet wird. Den Vormund bestellt dann das Familiengericht, das sich dabei in der Regel an euren Wunsch hält. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln, dort hilft eine Beratung beim Notariat oder bei einer Familienberatungsstelle.

Wenn er zögert

Manche Männer brauchen eine Nacht. Das ist kein schlechtes Zeichen, eher eines dafür, dass er die Sache ernst nimmt. Lasst ihm die Zeit, ohne nachzuhaken. Wenn er absagt, steckt meist etwas dahinter, das mit euch nichts zu tun hat: ein Umzug, eine eigene Krise, Zweifel an der Kirche. Ein ehrliches Nein ist für das Kind besser als ein Pate, der nur pflichtschuldig Ja gesagt hat.

Und wenn er Ja sagt, steht als Nächstes die Taufe oder Namensfeier an. Dafür braucht es einen Termin, an dem Großeltern, Paten und Geschwister mit Kindern Zeit haben.

Gratis, ohne AnmeldungDatum für Taufe oder Namensfeier finden

Mehr große Fragen, vom Trauzeugen bis zum Antrag, findest du unter Anlässe. Wie ihr der Familie überhaupt erst sagt, dass ein Baby kommt, steht bei Schwangerschaft verkünden. Und für das erste Fest des Patenkinds gibt es Texte bei der Einladung zum 1. Geburtstag.

Häufige Fragen

Wie fragt man jemanden, ob er Patenonkel werden will?

Am besten persönlich und mit einem kleinen Gegenstand, der zu ihm passt: ein Body, ein Werkzeug, eine Startnummer oder eine Karte. Sag ihm in zwei Sätzen, warum ihr an ihn gedacht habt. Dann lass ihm Bedenkzeit. Wer weit weg wohnt, bekommt die Frage per Paket, Videoanruf oder als Link am Handy.

Darf ein evangelischer Mann bei einer katholischen Taufe Pate sein?

Als alleiniger Pate nicht. In der katholischen Kirche kann ein evangelischer Christ aber als Taufzeuge dabei sein, wenn es zusätzlich eine katholische Patin oder einen katholischen Paten gibt. Für die Familie ist er dann trotzdem der Patenonkel.

Muss ein Taufpate gefirmt sein?

Für das katholische Patenamt ja, neben Taufe und Erstkommunion. Wer katholisch getauft, aber nie gefirmt wurde, kann die Firmung als Erwachsener nachholen. Das braucht allerdings Vorbereitung und geht sich vor einer baldigen Taufe oft nicht mehr aus.

Kann jemand Patenonkel werden, der aus der Kirche ausgetreten ist?

Für das katholische Patenamt nicht, ein Austritt schließt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Manche Pfarren lassen ihn als Taufzeugen zu, wenn eine zweite Person das Patenamt übernimmt, andere nicht. Fragt im Pfarramt nach, wie es dort gehandhabt wird.

Muss der Firmpate derselbe sein wie der Taufpate?

Nein. Die katholische Kirche empfiehlt den Taufpaten auch als Firmpaten, weil er das Kind schon lange begleitet. Pflicht ist das nicht. Die Firmlinge suchen ihren Firmpaten meist selbst aus und er muss dieselben Voraussetzungen erfüllen wie ein Taufpate.

Was schenkt der Firmpate in Österreich traditionell?

Der klassische Brauch ist die Firmungsuhr, dazu ein gemeinsamer Ausflug am Firmtag. In Wien gehörten Fiakerfahrt und Prater lange dazu. Heute wählen viele Firmpaten lieber ein Erlebnis, das zum Jugendlichen passt.