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Lustige Weihnachtsgeschichte für die Weihnachtsfeier: 6 Texte zum Vorlesen und Mitmachen

Eine lustige Weihnachtsgeschichte auf der Weihnachtsfeier funktioniert, wenn sie kurz ist, alle die Situation kennen und am Ende eine Pointe sitzt. Die sechs Geschichten hier sind eigens für diese Seite geschrieben. Eine spielt in der Buchhaltung, eine in der Familien-Chatgruppe. Bei einer macht der Saal Geräusche, eine füllst du mit den Namen eurer Kolleginnen und Kollegen, eine begleitet das Geschenke-Weitergeben beim Wichteln. Die sechste ist ein Anfang, den die Runde selbst weitererzählt. Dazu bekommst du Tipps, damit das Vorlesen auch im vollen Gasthaus klappt.

Kurz gesagt

  1. Für die Firma passen die Reisekostenabrechnung des Weihnachtsmanns und die Geräusche-Geschichte, bei der der ganze Saal mitmacht.
  2. Für die Familie: die Familiengruppe, in der alle über den Kartoffelsalat streiten.
  3. Zum Wichteln: die Rechts-Links-Geschichte. Bei jedem „rechts“ oder „links“ wandern die Geschenke weiter.
  4. In Ruhe gelesen dauert jede Geschichte drei bis vier Minuten. Mehr als eine pro Abend braucht es selten.

Was eine lustige Weihnachtsgeschichte für die Weihnachtsfeier ausmacht

Am lautesten lacht ein Saal, wenn sich alle wiedererkennen: die Kollegin, die jeden Beleg zweimal prüft. Der Onkel, der seit Jahrzehnten dieselbe Diskussion über den Kartoffelsalat führt. Der Drucker, der ausgerechnet heute streikt. Deshalb spielen die Geschichten unten an Orten, die alle kennen. Die Figuren sieht man sofort vor sich.

  • Kurz bleiben: Zwei bis fünf Minuten. Nach dem Hauptgang ist der Saal satt und gesprächig, lange Texte gehen im Klirren der Gläser unter.
  • Niemanden vorführen: Die Geschichten lachen über Situationen, nicht über Menschen. Wenn du echte Namen einsetzt, frag die Leute vorher kurz.
  • Eine Pointe am Schluss: Der letzte Satz ist der wichtigste. Lies ihn langsamer als den Rest und schau dann auf.

Büro: Die Reisekostenabrechnung des Weihnachtsmanns

Für jede Firma, in der es eine Buchhaltung gibt. Den Namen der Buchhalterin kannst du gegen einen echten tauschen, wenn die Person Humor hat und einverstanden ist.

Geschichte 1: Büro, etwa 3 Minuten

Am 27. Dezember lag auf dem Schreibtisch von Frau Brandl aus der Buchhaltung ein Umschlag. Er war rot, roch nach Zimt und hatte keine Briefmarke. Drinnen steckte eine Reisekostenabrechnung. Antragsteller: Weihnachtsmann. Abteilung: Auslieferung, weltweit.

Frau Brandl arbeitete seit dreiundzwanzig Jahren in der Buchhaltung. Sie hatte Taxibelege auf Servietten gesehen und eine Hotelrechnung auf Isländisch. Sie setzte die Lesebrille auf.

Position 1: Schlitten, Eigenbesitz. Gefahrene Kilometer: „sehr viele“.
Frau Brandl schrieb an den Rand: „Bitte genaue Angabe. ‚Sehr viele‘ ist keine Zahl.“

Position 2: Futter für Rentiere, neun Stück. Als Beleg lag ein Foto von einem Heuballen bei.
„Rentiere sind kein zugelassenes Verkehrsmittel“, murmelte sie. „Und warum neun? Im Antrag vom Vorjahr standen acht.“ Darunter stand in krakeliger Schrift: „Rudolph kam kurzfristig dazu. Nebel.“ Frau Brandl ließ die Position stehen. Nebel war ein guter Grund.

Position 3: Verpflegung. Kekse, etwa eine Milliarde Stück. Milch, ebenso viele Gläser.
„Kekse wurden von den Gastgebern gestellt“, schrieb sie. „Bewirtung durch Dritte ist abzuziehen.“ Sie rechnete kurz nach. Nach ihrer Rechnung schuldete der Weihnachtsmann der Firma jetzt Geld.

Position 4: Reinigung der Arbeitskleidung, rot, Größe XXXL. Grund: Ruß.
„Kamine sind kein vorgesehener Zugang“, notierte sie. „Bitte künftig den Haupteingang benutzen.“

Position 5: Übernachtung. Keine.
Das gefiel ihr. Endlich jemand, der sparsam reiste.

Ganz unten, wo sonst „Datum, Unterschrift“ steht, klebte ein Zettel: „Liebe Frau Brandl, ich weiß, dass Sie auch heuer jeden Beleg von allen anderen pünktlich bearbeitet haben. Auch die auf Servietten. Danke. Ihr Weihnachtsmann. PS: Schauen Sie unter Ihren Bildschirm.“

Frau Brandl hob den Bildschirm an. Darunter lag ein kleines Päckchen mit roter Schleife. Daneben eine Dose Kekse, selbst gebacken. Mit Beleg.

Sie stempelte den Antrag mit „sachlich und rechnerisch richtig“. Zum ersten Mal seit dreiundzwanzig Jahren rechnete sie dabei nicht nach. Dann legte sie die Abrechnung in die Ablage fürs nächste Jahr. Man weiß ja nie, wann die Prüfung kommt.

Tipp: Mach nach „Position 5: Übernachtung. Keine.“ eine echte Pause. Der Satz danach lebt davon, dass der Saal kurz still wird.

Mitmachen mit Geräuschen: Der Tag, an dem der Drucker streikte

Vor dem Vorlesen verteilst du sieben Stichwörter. Sobald du eines davon liest, macht der ganze Saal das passende Geräusch. Die Stichwörter sind im Text fett, damit du sie nicht überliest.

StichwortWas der Saal macht
Weihnachtsfeieralle rufen „Juhu!“
Punschalle heben das Glas und rufen „Prost!“
Drucker„Rrrrt, rrrrt, Papierstau!“
Schneeleises „Huiii“ wie Wind
Rentiermit den Händen auf den Tisch trommeln
Kekse„Mmmmh!“
Chefin (oder Chef)alle setzen sich kerzengerade hin
Geschichte 2: Mitmachen mit Geräuschen, etwa 4 Minuten

Am Morgen der Weihnachtsfeier war es im Büro verdächtig still. Draußen fiel der erste Schnee. Drinnen stand die Chefin vor dem Drucker und wollte die Tischkärtchen ausdrucken.

Der Drucker überlegte lange. Dann druckte er eine einzige Seite. Darauf stand in großen Buchstaben: Kekse.

„Das wollte ich nicht“, sagte die Chefin und drückte noch einmal auf Start. Der Drucker machte ein Geräusch, das im Haus noch nie jemand gehört hatte. Dann meldete er: Papierstau.

Zum Glück gab es Michi aus der IT. Michi kam mit einem Häferl Punsch in der Hand, obwohl es erst zehn Uhr war. „Für die Nerven“, sagte Michi. Dann öffnete Michi die Klappe am Drucker. Darin lagen Tannennadeln, ein Strohstern und ein kleines Rentier aus Schokolade.

„Wer füttert den Drucker mit einem Rentier?“, fragte die Chefin. Niemand meldete sich. Draußen fiel weiter Schnee.

Um zwölf war der Drucker repariert. Er druckte achtundvierzig Tischkärtchen. Auf allen stand: Kekse. Die Chefin seufzte. Michi trank noch einen Punsch. Am Ende beschlossen alle, die Kärtchen einfach so aufzustellen. Auf der Weihnachtsfeier setzt man sich ohnehin hin, wo man will.

Am Abend kamen alle ins Gasthaus. Der Schnee lag jetzt knöchelhoch, das Rentier aus Holz am Eingang trug eine Haube. Es gab Punsch zur Begrüßung und Punsch zum Essen. Zum Nachtisch gab es natürlich Kekse.

Die Chefin hielt eine kurze Rede. Sie dankte allen für das Jahr, besonders Michi und dem Drucker. Bei dem Wort sprangen drei Leute aus der Buchhaltung auf, weil sie dachten, es gäbe schon wieder einen Papierstau.

Spät am Abend waren die Kekse aus. Im Topf war nur noch ein Rest Punsch. Da fragte jemand: „Wer hat eigentlich das Rentier in den Drucker gesteckt?“

Alle schauten sich an. Michi schaute in den Punsch. Die Chefin schaute aus dem Fenster in den Schnee.

Im Büro, drei Straßen weiter, sprang in diesem Moment ganz allein der Drucker an. Er druckte eine Seite. Darauf stand: Frohe Weihnachten.

Und darunter, ganz klein: PS: Mehr Kekse.

Tipp: Probier die Geräusche vorher einmal mit dem ganzen Saal aus, am besten mit „Punsch“. Nach der Probe weiß jede Person, was sie tun muss. Du kannst dann flüssig lesen.

Mit den Namen aus dem Team: Wie die Weihnachtsfeier gerettet wurde

Diese Geschichte füllst du vorher mit sechs echten Namen. Die Rollen sind so gewählt, dass niemand schlecht wegkommt. Weil im Text nur Namen und keine Pronomen stehen, passt jede Besetzung.

PlatzhalterWen du einsetzt
[Name 1]die Person, die die Feier organisiert hat
[Name 2]jemand, der hilfsbereit ist und gern Ja sagt
[Name 3]die Person, die jedes technische Problem löst
[Name 4]wer im Büro den besten Kaffee macht
[Name 5]das neueste Mitglied im Team
[Name 6]die Chefin oder der Chef
Geschichte 3: mit Namen aus dem Team, etwa 3 Minuten

Es war der Nachmittag vor der Weihnachtsfeier. [Name 1] hatte alles im Griff. Die Liste hing an der Wand: Lokal gebucht, Punsch bestellt, Wichtelgeschenke gezählt. Nur ein Punkt war noch offen: der Christbaum.

„Den holt [Name 2]“, sagte [Name 1]. [Name 2] nickte so, wie man im Dezember zu allem nickt.

Eine Stunde später klingelte das Telefon. „Kleines Problem“, sagte [Name 2]. „Der Baum ist drei Meter zwanzig lang. Das Auto ist ein Kleinwagen.“

[Name 1] atmete tief durch und rief [Name 3] an. [Name 3] hat für jedes Problem ein Kabel, ein Werkzeug oder jemanden, der jemanden kennt. Zwanzig Minuten später stand [Name 3] mit zwei Spanngurten am Christbaumverkauf. Der Baum kam aufs Dach. Die Spitze ragte vorne über die Windschutzscheibe, das untere Ende hinten über den Kofferraum. Von der Seite sah das Auto aus wie ein Igel mit Ambitionen.

Unterwegs stieg [Name 4] zu, mit einer Thermoskanne. „Ohne Kaffee wird hier nichts gerettet“, sagte [Name 4]. Alle tranken. Es half.

Der Weg zum Lokal war kurz. [Name 5] saß hinten und hatte das Navi offen. „An der nächsten Kreuzung rechts“, sagte [Name 5] voller Überzeugung. Zehn Minuten später standen alle samt Baum mitten im Christkindlmarkt. Ein Kind zeigte auf das Auto und rief: „Mama, schau, der Baum fährt Auto!“

Als die vier endlich beim Lokal ankamen, stand dort schon [Name 6] in der Tür. [Name 6] sah den Baum an. Dann das Auto. Dann die vier. „Der passt da nie rein“, sagte [Name 6]. Und dann nach einer Pause: „Ich halte die Tür auf.“

Mit sechs Leuten, zwei Spanngurten und viel Gelächter kam der Baum durch die Tür. Oben musste ein Stück weg. Die abgeschnittene Spitze bekam einen eigenen Topf und stand den ganzen Abend als Mini-Christbaum auf dem Tisch von [Name 5].

Um sieben kamen die ersten Gäste. Sie sagten: „Was für ein schöner Baum!“

[Name 1] lächelte und strich auf der Liste den letzten Punkt durch. Darunter schrieb [Name 1] noch eine Zeile für das nächste Jahr: „Baum messen.“

Mehr Programmpunkte, bei denen das Team im Mittelpunkt steht, ohne dass jemand vorgeführt wird, findest du bei den Weihnachtsfeier-Spielen für Erwachsene.

Familie: Die Familiengruppe

Für den Familienabend, für Freunde und für jedes Team, in dem es eine Chatgruppe gibt, die außer Kontrolle geraten ist. In Deutschland sagt man statt Gurkerl Gewürzgurken, die Pointe funktioniert überall.

Geschichte 4: Familie, etwa 3 Minuten

Es begann am 1. Dezember um 6:12 Uhr mit einer Sprachnachricht von Oma. Sie dauerte vier Minuten und elf Sekunden. In den ersten drei Minuten hörte man, wie Oma das Handy suchte, das sie in der Hand hielt. Dann sagte sie: „Also, Weihnachten. Bei mir. Wie immer.“ Am Ende hörte man kurz den Kanarienvogel.

Um 6:14 Uhr schrieb Tante Gerti: „Super! Ich mach wieder den Kartoffelsalat.“
Um 6:15 Uhr schrieb Onkel Herbert: „Bitte nicht wieder mit Gurkerl.“
Um 6:15 Uhr schrieb Tante Gerti: „Der Kartoffelsalat ist seit 1987 mit Gurkerl.“
Um 6:16 Uhr schrieb Onkel Herbert: „Eben.“

Um 7:30 Uhr meldete sich Cousine Lena aus Berlin. „Kleine Info: Ich bin jetzt vegan. Jonas kommt mit. Jonas ist auch vegan. Jonas hat einen Hund.“
Oma schickte ein Foto von einem Schweinsbraten. Niemand wusste, ob das eine Antwort war.

Bis zum Mittag hatte die Gruppe hundertsiebenundvierzig neue Nachrichten. Es ging um den Hund (darf er auf die Couch, nein), um den Baum (echt oder Plastik, echt) und um die Uhrzeit (16 Uhr, 17 Uhr, „nach der Messe“, „welche Messe?“). Papa schrieb dazwischen: „Wer hat meine Bohrmaschine?“ Das gehörte nicht hierher, wurde aber trotzdem dreimal beantwortet.

Am Abend gab es drei Umfragen. Die erste fragte nach der Uhrzeit, die zweite nach dem Essen. Die dritte stellte Onkel Herbert: „Kartoffelsalat ohne Gurkerl: ja oder ja?“

Die dritte Umfrage gewann.

Am 24. Dezember um 17 Uhr standen alle vor Omas Tür. Lena mit Jonas, Jonas mit Hund, der Hund mit Schleife. Tante Gerti trug zwei Schüsseln: Kartoffelsalat mit Gurkerl und Kartoffelsalat ohne. Onkel Herbert aß von beiden. Jonas aß einen veganen Krautstrudel, den Oma heimlich gebacken hatte, „weil das Kind ja sonst nichts hat“.

Um neun Uhr abends saßen alle satt auf der Couch. Der Hund auch. Da kam eine neue Sprachnachricht von Oma. Vier Minuten, zwanzig Sekunden. Oma saß dabei mitten unter ihnen.

Nach drei Minuten Rascheln sagte sie: „Nächstes Jahr wieder bei mir.“

Diesmal schrieb niemand zurück. Alle nickten einfach.

Tipp: Die Chatnachrichten wirken am besten, wenn du jede Uhrzeit kurz und trocken vorliest, fast wie ein Nachrichtensprecher. Onkel Herberts „Eben.“ braucht kein Schauspiel.

Alle sitzen im Kreis und halten ein eingepacktes Geschenk. Bei jedem RECHTS geben alle ihr Päckchen an die Person rechts weiter, bei jedem LINKS nach links. Wer am Schluss ein Geschenk in der Hand hält, behält es. Die Wörter sind im Text groß geschrieben, damit du beim Lesen nicht stolperst.

Geschichte 5: Rechts-Links zum Geschenke-Weitergeben, etwa 3 Minuten

Wichtel Wendelin war heuer für die letzte Lieferung zuständig. Er stand vor dem Saal der großen Weihnachtsfeier und hatte zwei Probleme: einen Sack voller Geschenke und keine Ahnung, wo LINKS und wo RECHTS ist.

„Zuerst nach RECHTS“, hatte ihm der Oberwichtel gesagt. Also ging Wendelin nach RECHTS. Dort stand ein Christbaum, aber kein einziger Gast. „Dann eben LINKS“, murmelte er und drehte um. Dort, ganz LINKS, war nur die Garderobe mit vierzig Mänteln.

Eine Kellnerin sah ihn und rief: „Die Gäste sitzen im Saal! Zweite Tür RECHTS!“ Wendelin bedankte sich höflich. Dann nahm er die erste Tür LINKS und landete in der Küche. Dort roch es nach Bratäpfeln und er blieb kurz stehen. Nur ganz kurz. Zehn Minuten.

Mit einem Bratapfel in der Hand fand er endlich den Saal. An der langen Tafel saßen alle und warteten. Wendelin wusste nicht, ob er LINKS oder RECHTS anfangen sollte. Also fing er in der Mitte an und arbeitete sich nach LINKS vor.

Da fiel ihm ein, dass der Oberwichtel RECHTS gesagt hatte. Er lief zurück, diesmal nach RECHTS, so schnell, dass seine Mütze nach LINKS rutschte. Er schob sie wieder nach RECHTS. Jetzt hing sie über dem Auge.

Ein Gast fragte: „Bekomme ich auch etwas?“ Wendelin griff in den Sack. Ganz LINKS unten lag noch ein Päckchen. Er reichte es nach RECHTS, wo der Gast saß. Leider saß der Gast LINKS.

Am Ende war der Sack leer und Wendelin war außer Atem. Er stellte sich in die Mitte, schaute einmal nach LINKS, einmal nach RECHTS und noch einmal nach LINKS. Alle hatten ein Geschenk. Nur er selbst nicht.

„Macht nichts“, sagte Wendelin und biss in seinen Bratapfel. Da schob ihm jemand von RECHTS ein kleines Päckchen über den Tisch. Darauf stand: „Für Wendelin. Damit du nächstes Jahr den Weg findest.“

Drinnen war ein Kompass.

Frohe Weihnachten! Was ihr jetzt in den Händen haltet, gehört euch.

Sag vor dem Start an, dass nur „rechts“ und „links“ zählen. Lies diese beiden Wörter etwas lauter, dann hört sie auch der Tisch ganz hinten. Wer lieber würfelt statt zuhört, findet die Würfel-Variante unter Wichteln mit Würfeln.

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Zum Weitererzählen: Eingesperrt im Kaufhaus

Du liest nur den Anfang vor. Danach geht ein Gegenstand reihum, zum Beispiel ein Stern oder eine Weihnachtsmütze. Wer ihn hält, erzählt einen Satz weiter. Ab und zu ziehst du eine Wendung aus der Liste und liest sie laut vor, die nächste Person muss sie einbauen.

Geschichte 6: Anfang zum Weitererzählen, etwa 2 Minuten plus Runde

Am 23. Dezember um 19:58 Uhr ging im Kaufhaus das Licht aus.

In der Spielwarenabteilung standen noch drei Menschen. Eine Verkäuferin mit einem Rentiergeweih aus Plüsch auf dem Kopf. Ein Mann mit vierzehn Einkaufssackerln, in denen vierzehn Geschenke für seine Schwiegermutter steckten. Und ein Kind, das behauptete, eigentlich schon siebenunddreißig zu sein.

„Keine Panik“, sagte die Verkäuferin. „Das passiert jedes Jahr.“

„Jedes Jahr?“, fragte der Mann.

„Jedes Jahr um diese Uhrzeit. Um acht sperrt die Haustechnik ab. Wer dann noch drinnen ist, bleibt drinnen.“

„Bis wann?“

Die Verkäuferin zuckte mit den Schultern. Ihr Geweih wackelte. „Letztes Jahr bis zum Stefanitag. Wir hatten aber genug Lebkuchen.“

Das Kind holte eine Taschenlampe aus der Jackentasche. Sie hatte die Form eines Schneemanns und leuchtete grün. „Ich hab immer eine dabei“, sagte es. „Man weiß ja nie.“

„Und jetzt?“, fragte der Mann.

„Jetzt“, sagte das Kind, „machen wir, was Erwachsene in so einer Lage immer machen. Wir tun so, als hätten wir einen Plan.“

Die Verkäuferin nickte anerkennend. Der Mann nahm vorsichtshalber in jede Hand ein Sackerl.

Im grünen Licht sah die Spielwarenabteilung seltsam aus. Die Teddybären schienen zu lächeln. Die Modelleisenbahn stand auf halbem Weg durch einen Tunnel. Ein Stapel Brettspiele war umgefallen. Ganz von selbst.

Dann hörten alle drei das Geräusch. Es kam aus der Abteilung mit den Christbaumkugeln. Es klang wie ein Glöckchen. Oder wie jemand, der sehr leise versucht, nicht zu lachen.

Der Mann stellte seine Sackerl ab, alle vierzehn. „Wer ist da?“, rief er.

Aus der Dunkelheit kam eine Antwort …

Wendungen zum Einbauen

  1. Ein Handy klingelt. Der Klingelton ist ein Weihnachtslied, das alle hassen.
  2. Eine der drei Personen gibt zu, ein Geheimnis zu haben.
  3. Der Strom kommt zurück, aber nur in der Lebkuchenabteilung.
  4. Irgendwo bewegt sich eine Schaufensterpuppe.
  5. Jemand findet einen Zettel mit einer Liste. Darauf stehen alle eure Namen.
  6. Das Kind kennt einen Geheimgang.
  7. Ein Hund taucht auf und trägt eine Weihnachtsmannmütze.
  8. Es stellt sich heraus, dass heute gar nicht der 23. ist.
  9. Jemand muss jetzt sofort ein Gedicht aufsagen, sonst geht die Tür nicht auf.
  10. Die Durchsage im Kaufhaus sagt plötzlich den Namen einer Person am Tisch.

Tipp: Leg vorher eine Grenze fest, zum Beispiel zwei Runden oder zehn Minuten. Die letzte Person im Kreis bekommt die Aufgabe, die Geschichte mit einem einzigen Satz zu beenden. Da entstehen die besten Schlusspointen.

Lustiges für die Weihnachtsfeier: welche Geschichte zu euch passt

Geschichtepasst fürDauerMitmachen
Die ReisekostenabrechnungFirma, jede Größeca. 3 Minutenzuhören
Der Tag, an dem der Drucker streikteFirma, Verein, große Säleca. 4 Minutenalle machen Geräusche
Wie die Weihnachtsfeier gerettet wurdeTeams, die sich gut kennenca. 3 Minutensechs Namen, vorher einsetzen
Die FamiliengruppeFamilie, Freunde, Teams mit Chatgruppeca. 3 Minutenzuhören
Wichtel Wendelinalle, die wichtelnca. 3 MinutenGeschenke weitergeben
Eingesperrt im KaufhausTischrunden bis etwa 15 Personen2 Minuten plus 10 bis 15 Minuten Rundealle erzählen weiter

Eine Geschichte pro Abend reicht meistens. Wenn ihr zwei nehmt, dann eine zum Zuhören und eine zum Mitmachen, mit dem Hauptgang dazwischen.

Tipps zum Vorlesen auf der Weihnachtsfeier

  1. Einmal laut üben. Am Vorabend, am besten im Stehen. Du merkst sofort, wo du stolperst und wo ein Satz zu lang ist.
  2. Groß ausdrucken. Schrift um 16 Punkt, doppelter Zeilenabstand, die Pointen fett. Im gedimmten Gasthaus liest du so ohne Brille und ohne Handy-Taschenlampe.
  3. Den richtigen Moment wählen. Nach dem Hauptgang und vor der Nachspeise sind die meisten satt und noch aufmerksam. Direkt nach dem Ankommen redet der Saal noch zu viel, nach Mitternacht zu laut.
  4. Für Ruhe sorgen. Ein Löffel ans Glas, ein Satz wie „Ich hab euch eine Geschichte mitgebracht“, dann warten, bis es still ist. In einem großen Saal hilft ein Mikrofon, auch wenn du eine kräftige Stimme hast.
  5. Langsamer lesen als gedacht. Wer aufgeregt ist, wird schnell. Vor jeder Pointe eine Sekunde Pause, danach aufschauen.
  6. Anpassen. Eigene Namen, euer Lokal, euer Drucker. Jedes echte Detail macht die Geschichte lustiger als jede ausgedachte Pointe.
Ein Link in die Gruppe, alle tippen an, wann sie könnenNoch kein Termin für die Feier?

Mehr Ideen für den Abend: Programmpunkte und Orte findest du unter Weihnachtsfeier-Ideen, Quiz und Spiele unter Spiele für die Weihnachtsfeier. Für die Einladung gibt es fertige Vorlagen zur Weihnachtsfeier-Einladung, darunter auch ein paar witzige.

Häufige Fragen

Welche lustige Weihnachtsgeschichte eignet sich zum Vorlesen auf der Weihnachtsfeier?

Am besten eine, deren Situation alle kennen: Buchhaltung, Drucker, Familienchat, der zu große Christbaum. In der Firma kommen Geschichten gut an, in denen niemand Bestimmter verspottet wird. Für Gruppen, die gern mitmachen, ist eine Geschichte mit Geräuschen oder mit den Namen aus dem Team ideal.

Wie lang sollte eine Weihnachtsgeschichte für die Weihnachtsfeier sein?

Zwei bis fünf Minuten sind ein guter Rahmen, das sind grob 250 bis 600 Wörter. Nach dem Essen sinkt die Aufmerksamkeit schnell, eine kurze Geschichte mit klarer Pointe wirkt stärker als eine lange. Mitmachgeschichten dürfen etwas länger sein, weil der Saal beschäftigt ist.

Darf ich die Geschichten von dieser Seite verwenden und verändern?

Ja. Alle sechs Geschichten sind für diese Seite geschrieben und dürfen auf eurer Feier vorgelesen, gekürzt und umgeschrieben werden. Namen, Orte und Details tauschst du am besten gegen eure eigenen aus, dann wird es noch lustiger.

Wie funktioniert eine Rechts-Links-Geschichte beim Wichteln?

Alle sitzen im Kreis und halten ein Geschenk. Eine Person liest vor, bei jedem „rechts“ wandert jedes Geschenk zur Person rechts, bei jedem „links“ nach links. Wer am Ende der Geschichte ein Päckchen in der Hand hat, darf es behalten.

Was ist eine Mitmachgeschichte für Erwachsene?

Eine Geschichte, in der bestimmte Wörter ein Zeichen für das Publikum sind: Bei „Punsch“ rufen alle „Prost!“, bei „Drucker“ macht der Saal ein Ratter-Geräusch. Vorher verteilst du die Rollen, dann liest du langsam und machst bei den Stichwörtern eine kleine Pause.

Was gibt es sonst Lustiges für die Weihnachtsfeier?

Gut zu einer Geschichte passen ein kurzes Weihnachtsquiz, Wichteln mit Würfeln oder lustige Auszeichnungen für das Jahr. Fertige Spiele mit Anleitung findest du auf der Seite mit Spielen für die Weihnachtsfeier.